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Bakterienlastige Komposte

 

 

Komposte mit einem geringen C:N-Verhältnis, also einem erhöhtem Stickstoffgehalt, sind in der Regel bakterienlastig, während für pilzlastige Komposte Ausgangsmaterialien mit einem erhöhten C:N-Verhältnis, also einem geringem Stickstoffanteil, verwendet werden.

Meist dominieren die Bakterien in erwerblichen Komposten. Das hängt zum einen damit zusammen, dass erwerbliche Komposte ausgereift sind. Zudem wird der Kompost beim Kompostierungsprozess häufig gewendet und bearbeitet, so dass Pilzhyphen in ihrer Entwicklung häufig gestört werden.

Grundlegend ist aber auch hier das C:N-Verhältnis.

 

Bakterienlastigen Kompost selber herstellen

Ist genügend Platz und Zeit vorhanden, empfiehlt sich die eigene Herstellung eines bakterienlastigen Komposts. Folgende Zusammensetzung ergibt einen bakterienlastigen Kompost:

 

25%      Material mit hohem Stickstoffgehalt (z.B. Leguminosen, Mist)
45% Grünschnitt (z.B. Rasenschnitt, Kaffeesatz)
30% Holziges Material (z.B. Heu, Stroh, getrocknete Blätter)

 

Sobald der Komposthaufen zusammengesetzt ist, sollte er sich innerhalb von 24-72 Stunden auf 55-60°C erhitzen.

Ist das nicht der Fall, ist entweder zu wenig stickstoffhaltiges Material beigemischt worden oder die abbauenden Organismen wurden durch in den Ausgangsmaterialien enthaltenen Pestizidrückständen abgetötet. Bei zu wenig Stickstoff kann man einfach weiteres stickstoffhaltiges Material beimischen. Befinden sich Pestizidrückstände im Ausgangsmaterial ist es möglich, durch die Zugabe von Melasse oder anderem Zucker (vermischt mit Wasser, 1% Melasse/Zucker) in den Komposthaufen pestizidabbauende Bakterien zu fördern. Wurden diese Bakterien ebenfalls schon abgetötet gibt es noch die Möglichkeit, kommerziell erwerbbare Bakterienpräparate dem Komposthaufen zuzufügen.

 

Hat der Komposthaufen eine Temperatur von 70°C erreicht, sollte man ihn wenden um zu vermeiden, dass die nützlichen Organismen aufgrund von übermässiger Hitze abgetötet werden.

Nach drei- bis viermaligem Wenden sollten die direkt verfügbaren Nährstoffe aufgebraucht sein, die Protozoen vermehren sich verstärkt. Die Temperatur sollte auf unter 60°C sinken. Ab 45°C beginnen Nematoden sich auszubreiten.

Wenn der Komposthaufen sich bis zur Umgebungstemperatur abgekühlt hat ist es ein Zeichen, dass der Kompost nun reif ist. Falls der Kompost zu diesem Zeitpunkt nochmals gewendet wird und sich wieder erhitzt, so ist der Kompost noch nicht reif.

In den darauffolgenden 6 Monaten (ca.) steigt die mikrobielle Diversität weiter an. Danach verliert der reife Kompost seine mikrobielle Diversität mit der Zeit wieder. Nach etwa 2 Jahren gibt es kaum noch einen Unterschied zum Oberboden (bezogen auf das mikrobielle Leben).