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Einflussfaktoren

 

 Folgende Parameter beeinflussen die Eigenschaften und Funktionen des Komposttees:

 

  • Braugerät
  • Ausgangsmaterial
  • Wasser
  • Nährsubstanzen
  • Temperatur
  • Gelöster Sauerstoffgehalt
  • Brauzeit

 

Braugerät

Es gibt verschiedenste Braugeräte auf dem Markt. Nicht jedes Gerät vermehrt die Mikroorganismen gleichermassen. So nimmt der Einsatz eines Siebes und dessen Maschenweite, die Art und Leistung der Pumpe im Verhältnis zur Wassermenge, die Lichtdurchlässigkeit des Behälters und vieles mehr Einfluss auf die mikrobielle Biomasse und deren Zusammensetzung. Für das Erreichen einer bestimmten Anzahl von Organismen benötigt jedes Braugerät unterschiedlich viel Zeit. Ultraviolettes Licht tötet Mikroben ab. Dies lässt sich entweder durch einen lichtundurchlässigen Behälter oder durch eine geeignete Standortwahl ohne direkte Sonneneinstrahlung verhindern.

 

Hier findest du Anleitungen zum Selbstbau eines Braugeräts.

Hier findest du die Hersteller- und Bezugsadressen von professionellen Komposttee Brausystemen im deutschsprachigen Raum im Überblick.

 

Ausgangsmaterial

Ein Komposttee kann nie eine höhere Bakterienvielfalt aufweisen wie der Kompost selbst. Das heisst, ein mikrobiell hoch aktiver, aerober Kompost ist ausschlaggebend für einen Komposttee mit hoher mikrobieller Aktivität. Sämtliche wasserlösliche Bestandteile des Kompostes können in den Tee extrahiert werden. Daher ist es von grosser Bedeutung, dass sich keine schädlichen Nahrungsquellen im Kompost befinden, was durch sachgemässes kompostieren gewährleistet ist. Ein guter Kompost ohne krankheitsfördernde Organismen ist grundlegend.

 

Hier findest du Informationen zur Herstellung von qualitativ hochwertigem Kompost.

Hier findest du eine Auflistung von Kompostherstellern in der Schweiz.

 

Wasser

Grundlegender Bestandteil des Komposttees ist das Wasser. Um die Inaktivierung von Mikroorganismen zu verhindern, sollte das Wasser kein Chlor enthalten. Falls das genutzte Wasser Chlor oder andere Präservative enthält ist es nötig, das Chlor aus dem genutzten Wasser für zwei Stunden evaporisieren zu lassen. Generell sollte das Wasser mindestens den Trinkwasserrichtlinien der Lebensmittelverordnung (LMV) entsprechen, um pflanzen- und mikroorganismenschädigende Substanzen zu vermeiden. Informationen über die Qualität von Leitungswasser sind in der Regel auf den Webseiten der entsprechenden Behörde zu finden.

 

Nährsubstanzen

Viele Zutaten können dem Komposttee zugefügt werden, um das Wachstum spezieller Mikroorganismen zu fördern. Wichtig ist hierbei zu wissen, dass verschiedene Zutaten unterschiedliche Arten von Mikroorganismen fördern. Während Zusätze wie Melasse selektiv die kultivierbaren Bakterien fördern, reichern Zusätze wie Steinmehl oder Huminsäuren selektiv die nicht kultivierbaren Organismen an.

 

Hier findest du eine Auflistung der geläufigsten Nährsubstanzen.

Hier findest du gebrauchsfertige Zutatenmischungen zum Bestellen.

 

Temperatur

Die Temperatur spielt eine wesentliche Rolle bei der Vermehrung von Mikroorganismen. Die optimale Temperatur liegt dabei bei 18-22°C, wobei Temperaturen zwischen 16°C und 29°C akzeptabel sind. Sind die Temperaturen zu kalt, nimmt die mikrobielle Aktivität ab. Bei zu hohen Temperaturen werden die Mikroben inaktiv oder sterben ab.

 

Gelöster Sauerstoffgehalt

Ein weiterer wesentlicher Faktor ist die Sättigung von Sauerstoff im Wasser. Bei zu geringer Sauerstoffzufuhr brauchen die Bakterien und Pilze den Sauerstoff schneller auf als angereichert wird, was das Wachstum anaerober Organismen begünstigt, welche phytotoxische Stoffe erzeugen können. Bei Werten unter 6 mg/L bzw. 16% an Sauerstoff im Wasser spricht man von anaeroben Verhältnissen. Über den gesamten Brauvorgang sollte der Sauerstoffgehalt diesen Wert nie unterschreiten. Aerobe Verhältnisse halten die Anwesenheit und das Wachstum von nützlichen Organismen aufrecht. Komposttees mit geringen Sauerstoffwerten weisen eine geringere Anzahl an nützlichen Organismen auf. Nur aerobe Tees werden als Komposttees bezeichnet. Protozoen, Nematoden und Mikroarthropoden sterben in anaeroben Verhältnissen, was folglich den Nährstoffkreislauf unterbricht. Die Nährstoffe verflüchtigen sich dabei, da sich die Hauptnährstoffe Stickstoff, Phosphor und Schwefel in sauerstoffarmen Verhältnissen zu gasförmigen Bindungen umwandeln.

 

Brauzeit

Neben der Wahl der Nährsubstanzen lässt sich durch unterschiedliche Brauzeiten die Bakterien- sowie die Pilzpopulation beeinflussen. Je länger der Kompost am Brauen ist, desto mehr Nährstoffe und Organismen werden herausgezogen und befinden sich somit in der Lösung. Die gelösten Stoffe dienen einerseits als Nahrung für die Mikroorganismen und andererseits als  pflanzenverfügbare Nährstoffe. Die Organismen nehmen die Nährstoffe auf, immobilisieren sie in ihrem Körper und halten sie so vor der Auswaschung im Boden oder von der Blattoberfläche zurück. Bei langen Brauzeiten brauchen die Organismen sämtliche Nährstoffe im Tee auf und werden inaktiv. Sehr lange Brauzeiten haben eine Besiedelung von Organismen an der Oberfläche zur Folge, welche anaerobe Schichten am Braubehälter entwickeln. Die Länge der Brauzeit und der vonstattengehenden Prozesse ist zudem abhängig von der Temperatur, den zugegebenen Nährstoffen sowie vom Braugerät selbst. Unter optimaler Sauerstoffzufuhr (über 6mg/L) und einer Temperatur von 17-22 °C kann die Bakterienpopulation mit einem Faktor von bis zu 1.000.000 vermehrt werden.