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Nematoden

 

Nematoden sind ungegliederte, blinde Fadenwürmer, die zusammen mit den Protozoen die sich in Bakterien und Pilzen befindenden Nährstoffe mineralisieren (pflanzenverfügbar machen). Nematoden messen durchschnittlich 2 Millimeter in Länge und 50 Mikrometer im Durchmesser und sind somit erheblich grösser als Protozoen und neben den Arthropoden (Gliederfüsser) die zweithäufigste tierische Lebensform. Bisher sind über 20.000 Arten bekannt. Wissenschaftler gehen davon aus, dass insgesamt eine Million Arten existieren.

Nematoden sind die Hauptkonsumenten im Boden und haben alle einen langen Verdauungskanal, der sich vom Mund bis zum Anus erstreckt. Neben den sich von den Pflanzenwurzeln ernährenden parasitären Nematoden gibt es auch von Bakterien ernährende (bakterivore) und von Pilzen ernährende (fungivore) Nematoden. Beide Typen mineralisieren die in den kleineren Organismen befindlichen Nährstoffe. Prädatorische Nematoden ernähren sich von Protozoen, Algen und anderen Organismen wie Raupen, Rüsselkäfer, Wespen oder auch andere Nematoden. Omnivore Nematoden ernähren sich von all den oben genannten Organismen.

Mit Ausnahme der endo- und ektoparasitären Nematoden sind die meisten Gruppen im Kompost guter Qualität in ausreichender Menge vorhanden. Diese greifen pflanzenschädigende Insekten an, bekämpfen sie und fördern dadurch indirekt das Pflanzenwachstum. Sich von Wurzeln ernährende Nematoden sind im Kompost, der mindestens drei Tage eine Temperatur von über 55°C erreicht hat, nicht mehr vorhanden. Damit sich die nützlichen Nematoden vermehren können und in einer angemessenen Menge vorhanden sind, muss der Kompost mindestens 2-3 Wochen nach Unterschreitung der Temperatur von 45°C ausreifen. Wie die Protozoen lösen sich auch die Nematoden vom Kompost bei ausreichender Energiezufuhr im Brauvorgang.