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Zusätze A-Z

 

Die folgende Liste ist momentan noch sehr unvollständig und wird nach und nach erweitert.

Hast du eigene Erfahrungen mit bestimmten Zusätzen gesammelt? Dann schreib uns!

 

A

Ackerschachtelhalm

Alfalfa

Algenmehl

Austernschalen

 

B

 Bacillus subtilis

C

 Chitin

D

 

E

 

F

 Fischhydrolysat

 Fischemulsion

G

 

H

 Hefe

 Huminsäuren

I

 

J

 

K

 Kelp

L

 Leinsamenmehl

M

Meeresalgen 

Melasse

N

 

O

 

P

 

Q

 

R

 

S

 Steinmehl

T

 Trichoderma

U

 

V

 

W

 

X

 

Y

 

Z

 

 


 

 

Ackerschachtelhalm

Der Ackerschachtelhalm (Equisetum arvense) zeichnet sich vor allem durch seinen hohen Gehalt an Kieselsäure in den Zellwänden aus, was die Struktur der Zellen festigt und die Pflanze somit vor Schädlingen schützt. Kieselsäure ist die Bezeichnung der Sauerstoffsäuren des Siliciums. Schachtelhalme lagern mehr als 25% der Kieselsäure in ihre Zellen ein. Daher wird die Pflanze in Form von Extrakten im ökologischen Landbau als Pflanzenstärkungsmittel genutzt.

Verschiedene Komposttee-Brauer berichten, dass Ackerschachtelhalm als Zusatz im Komposttee gegen Pilzkrankheiten wie Mehltau oder Rost -Pilze wirkt. Ackerschachtelhalm-Präparate kommen auch in der biodynamischen Landwirtschaft zum Gebrauch als Pflanzenstärkungsmittel gegen Pilzkrankheiten. Nach Rudolf Steiner stärkt der hohe Anteil an Kieselsäure des Ackerschachtelhalms die Pflanzenabwehrkraft durch die verstärkte Absorption von Licht.

Weitere Inhaltsstoffe sind Flavonoide, Glykoside, Kalium und Carbonsäuren.

 


Alfalfa

Alfalfa ist der amerikanische Name der Luzerne (Medicago sativa). Alfalfa Mehl besteht zu 60% aus Kohlenhydraten und 33% Eiweiss. Beides fördert das Pilzwachstum im Komposttee. Zudem konnte beobachtet werden, dass bei der Zugabe von Alfalfa Mehl im Komposttee, vermehrt Flagellate und Amoeben auftraten. Alfalfa Mehl beinhaltet auch Saponine (seifenartige Substanz). Dies führt vermehrt zur Schaumbildung während des Brauvorganges.

Im Alfalfa Mehl kommt das Wachstumshormon Triacontanol vor. Dies steigert die Photosynthese und führt zu schnellerem Wachstum. Des Weiteren weist das Alfalfa Mehl eine hohe Anzahl an Vitaminen auf und 16 verschiedene Aminosäuren. Orchideen und Rosen Züchter setzen oft auf Komposttee mit Alfalfa als Zusatzstoff und applizieren es auf die Blätter als Blattdüngung.

Alfafla Mehl eignet sich auch als “Futter” für die Bodenmikroorganismen und kann als Mehl leicht über den Garten gestreut und anschliessend befeuchtet werden. Dies hilft den Pflanzen grössere Blüten zu bilden und steigert die Kältetoleranz. Für eine Hektare rechnet man mit 450 - 650 kg Alfalfa Mehl.

Weitere Inhaltstoffe sind: Kalium, Calzium, Natrium und Eisen. Das Düngeverhältnis NPK ist  3-1-2 (N 2-3,P 0,5-1,K 1-2)

 


Algenmehl

Meeresalgen fördern das Pflanzenwachstum, wirken krankheitsunterdrückend und verbessern die Qualität der Endprodukte. Sie sind reich an Spurenelementen, organischen Verbindungen wie Aminosäuren, Kohlenhydraten sowie Vitaminen und wachstumsfördernden Pflanzenhormonen wie Zytokinine, Gibbereline, Polyamine und Auxine. Sie enthalten komplexe Proteine, welche ideales Futter für Pilze darstellen.

Durch die Anwendung von Meeresalgenextrakten und deren beinhaltenden Betaine wird die Clorophyllkonzentration gesteigert. Zudem hat das Meeresalgenextrakt einen hohen Gehalt an Kalium und kann so bei einer Blattapplikation Mangelsymptome beheben.

Kalium fördert bei Pflanzen die Festigkeit der Stängel und wird deshalb von Gärtnern für Pflanzen mit schweren Früchten verwendet, wie zum Beispiel: Melonen, Tomaten oder Kürbisse. Komposttee Anwender, die häufig Blattspritzungen durchführen, berichten über eine Zunahme der Fruchtqualität, Haltbarkeit, Trockenresistenz und Hitzeresistenz sowie reduzierte Krankheitsprobleme.

NPK Algenpulver 1.5-0.6-3

 


Austernschalen

Gemahlene Austernschalen haben einen hohen Anteil an Chitin. Chitin ist neben Zellulose (Hauptbestandteil pflanzlicher Zellwände) eines der am meisten vorkommenden Vielfachzucker und dient der Strukturbildung. Die Zellwände vieler Pilzarten sowie das Exoskelett (Haut) der Insekten bestehen auch aus Chitin.

Das nur schwer abbaubare Chitin wird vorallem durch Pilze ausgeführt. Durch die Zugabe von Chitin in den Kompost oder Komposttee werden Pilze gefördert, die sich von Chitin ernähren. Da viele schädliche Pilzarten Zellwände aus Chitin besitzen, können auf diese Weise die nützlichen Pilze gefördert werden, welche als Gegenspieler der schädlichen Pilze gelten. Da Chitin sehr wahrscheinlich während der Brauzeit nur wenig abgebaut wird, gelangt ein grosser Teil davon in den Boden und dient als Langzeitnahrung für die nützlichen Pilze.

 


Bacillus subtilis

Bacillus subtilis ist ein viel verwendeter Bakterienstamm in der Landwirtschaft. Die Bakterien produzieren flüchtige organische Verbindungen (VOC), welche eine fungizide Wirkung aufweisen. Bacillus subtilis wird in der Biologischen Landwirtschaft oft als biologisches Fungizid für Samen eingesetzt. B. subtilis besiedelt während der Keimung das Wurzelsystem und beugt durch Konkurrenz Verpilzung vor.

Das Bakterium Bacillus subtilis ist stäbchenförmig und begeisselt. Die Begeisselung gewährt dem Bakterium eine schnelle Fortbewegung und gewährt auf diese Weise die “Flucht” vor gefährlichen Umweltbedingungen (pH- Wert Änderungen, Nährstoffmangel, Hitze)

B. subtilis ist normalerweise in aeroben Komposttees vorhanden und werden im Brauvorgang ins Wasser gelöst. Für gewisse Probleme gibt es unterschiedliche Bacillus Stämme, die man kaufen kann. Sie sind meist genau auf gewisse Pflanzenkrankheiten erforscht und können darum als Zusatz nach dem Brauvorgang dazugegeben werden.

 


Fisch- Hydrolysat

Besteht aus Fisch Überresten (Magen, Knochen, Haut usw.), welche in einer wässerigen Lösung gemahlen und durch die Zugabe von natürlichen Enzymen aufgelöst wird. Durch eine anschliessende Trocknung entsteht ein feines Pulver, welches viele wichtige Aminosäuren und komplexe Proteine enthält. Beim Kauf ist es wichtig vom Hersteller genaue Angaben über den Gehalt an Mineralien zu erhalten. Das Fisch- Hydrolysat unterscheidet sich in seiner Zusammensetzung je nach Fischarten, welche verarbeitet werden.

Im Komposttee gilt es als Futter für die Pilze. Es ist reich an Stickstoff (N), und sollte darum nicht in zu grossen Mengen in den Tee gegeben werden, da sonst die Gefahr besteht, dass sich die Mikroorganismen zu schnell vermehren und den Sauerstoffgehalt im Wasser aufbrauchen → Gefahr von aneroben Verhältnissen während des Brauvorganges.

 


Fischemulsion

Bei der Fischemulsion wird im Gegensatz zum Fisch- Hydrolysat, bei der Herstellung die Öle entfernt. In den Ölen sind die komplexen Proteine enthalten, welche das Wachstum von Pilzen begünstigt. Fischemulsion fördert damit mehr das Wachstum von Bakterien im Komposttee.

 


Hefe

Sind einzellige Pilze, die sich durch Sprossung oder Teilung (Spaltung) vermehren. Hefe besteht aus einem komplexen Mix von Proteinen, Mineralien und Vitaminen. Sie bieten Nahrung für Pilze und Bakterien.

Hefe kommen natürlicherweise manchmal im Komposttee vor, sind aber selten in gutem Kompost. Die Hefe Zellen sind meist in einem Ruhezustand und werden erst aktiv, wenn die Bedingungen für sie stimmen. Hefe produzieren in aneroben Verhältnissen Alkohol.

Hefe wird meist in Trockenform vor dem Brauen mit den Zutaten zusammen in den Komposttee gegeben. Dafür kann normale Backhefe oder Hefe für Bier- oder Weinherstellung gebraucht werden. Durch die Zugabe erreicht man eine hohe Präsenz der Hefe. Man sollte aber vorsichtig sein, da sie eine schnelle Vermehrung haben und so mehr Sauerstoff im Wasser aufnehmen --> Erhöhte Gefahr von aneroben Bedingungen.

 


Leinsamenmehl

Leinsamenmehl ist das Nebenprodukt bei der Herstellung von Leinöl. Der Presskuchen wird nach dem Pressvorgang getrocknet und zu Mehl gemahlen. Wie Alfalfa Mehl oder Presskuchenmehle aus anderen ölhaltigen Samen wie Sonnenblumenkernen, Rapssamen, Kürbiskernen usw. hat das Leinsamenmehl einen hohen Anteil an Kohlenhydraten, welche das Pilzwachstum im Tee fördern. Wichtig ist es bei den unterschiedlichen Mehlen den Proteingehalt zu wissen. Je höher, desto mehr Stickstoff (N) ist enthalten, welcher auch das Bakterien Wachstum anregt. Zuviel Stickstoff (N) im Tee kann den Sauerstoffgehalt während des Brauvorgangs in anerobe Bedingungen führen.

Leinsamenmehl enthält viele Vitamine und hat einen hohen Anteil an Magnesium.

 


Melasse

Melasse ist ein Nebenprodukt, welches bei der Zuckerherstellung aus Zuckerrohr anfällt und neben Zucker viele wertvolle Inhaltsstoffe wie Kalzium, Eisen, Magnesium, Kalium, Vitamine und Stickstoffverbindungen wie Aminosäuren und Betain enthält. Bei der Zugabe von Melasse ist darauf zu achten, dass die aeroben Verhältnisse beibehalten werden. Melasse fördert als Einfachzucker (Monosaccharid) hauptsächlich das Wachstum von Bakterien in hohem Masse, so dass mit einem hohen Sauerstoffverbrauch zu rechnen ist.

Durch die Zugabe von Melasse kann zwar die höchste Dichte an Bakterienpopulationen erreicht werden, jedoch ist bereits in geringer Menge (0.01% w/v) die krankheitsunterdrückende Wirkung unregelmässig.

Melasse beinhaltende Zutaten begünstigen das Wachstum von humanpathogenen Bakterien wie Salmonella enterica oder Escheria coli, jedoch geschieht kein Wachstum, wenn die zugegebene Menge den Anteil von 0,2% des Gesamtvolumens an Kompostwasser nicht überschreitet. Befindet sich kein E.coli im Ausgangsmaterial, so wird auch der Komposttee unabhängig von der zugegebenen Menge an Melasse frei von E.coli sein.

 


Mykorrhiza Pilze

Mykorrhiza Pilze haben die Fähigkeit eine Symbiose mit den Pflanzenwurzeln einzugehen. Man schätzt, dass 95% aller Pflanzen in einer solcher Symbiose leben. Die Pilzhyphen sind viel feiner als die der Pflanzen und können so Nährstoffe erschliessen, welche den Pflanzen nicht zur Verfügung stehen.

Es gibt im Handel verschiedene Mykorrhiza inokulationen zu kaufen. Diese sollten erst nach dem Brauen in den Komposttee gegeben werden. Mykorrhiza Pilze sind sehr sensibel auf irgendwelche Störungen. Sind keine Wurzeln in der Nähe, können sie sich nicht richtig entwickeln.

 


Steinmehl

Als Gesteinsmehl wird zermahlenes Gestein vulkanischen Ursprungs bezeichnet und ist ein Bodenhilfsstoff, der durch langsame Verwitterung für das Pflanzenwachstum wichtige Mineralstoffe wie Eisen, Magnesium und Calcium für alle Organismen bereitstellt. Hauptbestandteile sind Kieselsäure und Aluminiumoxid. Gesteinsmehl bietet mit seiner porösen Oberfläche viele Anhaftungsstellen für Pilze. Die Zugabe von Steinmehl wirkt sich sehr positiv auf den Bodenaufbau aus und führt wichtige Makronährelemente dem Boden zurück.